Asante BIMA

Bilder: Charlie Wittmack

„Asante BIMA“: Eine Krankenversicherung für Krebskranke.

Am Fuße des Kilimanjaros in Tansania  unterstützt der deutsche Onkologe Dr. Oliver Henke das Projekt „Asante Bima“, das versucht insbesondere krebskranke Kinder kranken zu versichern, um so den Kampf gegen den Krebs zu gewinnen.

Krebs: diese Diagnose ist eine schockierende Nachricht. Ca. 15 Millionen Menschen weltweit erhalten jährlich die Nachricht einer Krebserkrankung. Während es in Deutschland gute Behandlungsmöglichkeiten gibt und viele Menschen mit der Krankheit  lange leben können, ist die Diagnose in Tansania oft ein Todesurteil. In Tansania und anderen Entwicklungsländern sterben mittlerweile mehr Menschen an Krebserkrankungen als an Malaria, Tuberkulose und AIDS zusammen. 
 

Im Dezember 2016 eröffnete  am Fuße des Kilimanjaro  ein Krebsinstitut am KCMC (Kilimanjaro Christian Medical Centre), das für 15 Millionen Menschen zuständig ist. Hier ist Pionierarbeit und  Engagement gefragt: Neben einem tansanischen Arzt unterstützt ein deutscher Onkologe und eine Spezialistin für öffentliche Gesundheitsarbeit die Arbeit vor Ort.

Die Arbeit im Krebsinstitut steht auf drei Säulen: Behandlung, der Ausbau der Palliativmedizin und Prävention.

Ein großes Problem ist, das Patienten häufig zu spät ins Krebsinstitut kommen, um eine Diagnose zu erhalten. Oft können sie sich die Fahrt in das Krebsinstitut nicht leisten, bzw. die Busreisen sind zu beschwerlich, insbesondere in der Regenzeit. Vielfach können sich die Menschen die Diagnosekosten und Behandlungen nicht leisten und vertrauen erst mal auf den Wunderheiler im Ort.

Im Kampf gegen Krebs ist für die Mitarbeiter im Krebsinstitut vor allem eine nachhaltige Krankenversicherung für die Patienten, insbesondere für Kinder überlebensnotwendig. Dieses Angebot gibt es seitens der tansanischen Gesundheitsversorgung. Jedoch scheinen die Versicherungskosten für jeden Einzelnen immens hoch: 44 Euro für einen Erwachsenen und 28 Euro für ein Kind im Jahr in einer Gruppenversicherung, der sieben Menschen angehören müssen.  

Viele können das Geld nicht aufbringen. Auch nicht wenn ihr Kind schwer erkrankt. Das Durchschnittseinkommen liegt in Tansania  bei 40 Euro pro Monat pro Person. Von diesem Einkommen müssen viele Familienangehörige leben. Arbeitslosigkeit und die Zahl derer die unter der Armutsgrenze liegen ist in diesem ostafrikanischen Land ebenfalls hoch. Tansania gehört zu einem der ärmsten Ländern der Welt. Dürreperioden und extreme Regenfälle verschärfen die Lebensbedingungen vor allem in der ländlichen Region.

Die beiden deutschen Spezialisten vor Ort unterstützen das Projekt „Asante BIMA“, das vor allem Kindern, die an Krebs erkrankt sind, hilft in die Krankenversicherung zu gelangen. Die Heilungsrate ist bei Kindern sehr hoch. Bei einer Früherkennung von Krebs kann die Krankheit gut behandelt werden. Wenn ein Kind in einer Gruppe krankenversichert wird, können sich bis zu sechs Familienmitglieder ebenfalls mitversichern. Für alle Familienmitglieder sind dann Diagnose, Besuch im  Krankenhaus und die Medizin kostenfrei. Die beiden Experten arbeiten mit den Mitarbeitern der nationalen Gesundheitsversicherung (BIMA) zusammen. Bei der Krebsaufklärung in den Dörfern der Region ermuntern sie die Menschen sich in einer Gruppenversicherung zusammen zuschließen. Im Krebsinstitut unterstützen sie die Patienten dabei sich kranken zu versichern. Auch wenn es nach der Diagnose ein Jahr dauert, bis die Behandlungskosten von der Versicherung übernommen werden. Es lohnt sich. Krebsbehandlungen dauern oftmals einige Jahre und so rentiert sich die Investition schnell.

 Ein Teil der Gesamtkosten der Gruppenversicherung wird durch Spenden nach dem „Robin Hood“ Prinzip bezuschusst: Jeder Einzelne gibt was er kann. Aber jeder ist gefragt etwas zu geben.

„Asante BIMA“ bringt Hoffnung und auch Heilung für viele Menschen im Norden des afrikanischen Landes. Hand in Hand damit gehen Bemühungen im Blick auf Nachhaltigkeit, Krebsvorsorge und Krebsbehandlung.